Newsletter abonnieren Jetzt Mitglied werden

Häufig gestellte Fragen

Aus dem Praxisalltag

Im neuen RLR fällt die Aktivierung der Gründungskosten weg. Welches Konto soll für die Verbuchung des Gründungsaufwandes verwendet werden?
Im neuen Kontenrahmen wird das Konto 6550 «Gründungs-, Kapitalerhöhungs- und Organisationsaufwand» im übrigen Verwaltungsaufwand aufgeführt.

Darf ab 1.1.2015 weiterhin mit dem Käfer-Kontenrahmen gearbeitet werden oder muss zwingend der KMU-Kontenrahmen verwendet werden (bei Umsatz über CHF 500’000)?
Gesetzlich vorgeschrieben ist nur der Abschluss, d.h. die Mindestgliederung Bilanz und ER. Es macht Sinn, den Kontenplan in derselben Reihenfolge aufzubauen, was beim Schweizer Kontenrahmen KMU der Fall ist. Bei weiterer Verwendung «Käfer» müssten viele Kontobezeichnungen geändert und neue Konti eingebaut werden.

Die Nummern für Abschreibungen und Finanzaufwand/-ertrag wurden geändert, was für die Reihenfolge in der ER nach Gesamtkostenverfahren korrekt ist. Nicht nachvollziehbar ist die Änderung der Kontenklassse 8, die etwas inkonsequent zur Kontenklasse 7 ist. In der Klasse 7 hat der Ertrag die Nummer 7000, in Klasse 8 aber 8010. Der Aufwand ist mit Nummer 7010 respektive 8000 versehen, also genau umgekehrt. Muss das wirklich so sein?
Die Umkehrung Abschreibungen/Finanzerfolg ist eine der wesentlichsten Änderungen in der Erfolgsrechnung. Diese basiert auf der gesetzlichen Mindestgliederung, welche auch die Reihenfolge der Positionen festlegt. Dadurch können EBITDA und EBIT ausgewiesen werden.
Reihenfolgen Klassen 7 und 8: Grundsätzlich wurde nur geändert, was notwendig war. Deshalb wurde die Reihenfolge in Klasse 7 belassen. Bezüglich Reihenfolge in der Klasse 8 hatten wir in der Tat einige Diskussionen. Wir haben uns dann entschieden, uns konsequent an das neue RLR zu halten, welches in der Mindestgliederung diese Reihenfolge so vorsieht.

Konto 1850 «Nicht einbezahltes Grundkapital»: Gemäss neuem RLR muss dieser Posten beim Anlagevermögen aufgeführt werden. Unklar ist, weshalb das so ist, denn das nicht einbezahlte Kapital kann ja jederzeit eingefordert werden. In SWISS GAAP FER und IFRS wird es sogar als Minuseigenkapital aufgeführt. Wäre es nicht sinnvoll, diesen Posten zusätzlich bei den übrigen kurzfristigen Forderungen und beim Eigenkapital als Minusposten aufzuführen?
Hier handelt es sich um eine klare Vorgabe des Gesetzgebers aus der Mindestgliederung Bilanz. Die zusätzliche Aufführung an anderen Stellen des Kontenrahmens würde nur verwirren und wäre falsch.

Das Konto für Kreditkommissionen fehlt im Schweizer Kontenrahmen KMU.
Empfehlung, falls nicht zwischen Produktions-, Handels- und Dienstleitungserlösen unterschieden wird: 3808 Kreditkartenkommissionen.

Debitorenverluste und nachträgliche Zahlungen verlorener Debitoren. Wann sind Debitorenverluste in der Klasse 8 als ausserordentlich zu behandeln? Sind nachträgliche Zahlungen einst verlorener Debitoren in der Klasse 8 immer als periodenfremd zu buchen?
Hier hat der Bilanzersteller ein grosses Spielfeld und sogar Manipulationsmöglichkeiten bezüglich EBIDTA/EBIT Margen. Wichtig ist die Einhaltung des Grundsatzes der Stetigkeit, deshalb sollten Buchungsanweisungen erlassen werden.

Auf Seite 129 im Schweizer Kontenrahmen steht das Kriterium der Wesentlichkeit. Kann man hier auch als Faustregel nehmen «ab 10% Veränderung des Jahresergebnisses ist es wesentlich»?
Es gibt keine generelle Vorgabe, was Wesentlichkeit bedeutet, es ist immer eine Beurteilung im Einzelfall. Informationen sind dann wesentlich, wenn ihr Weglassen oder ihre fehlerhafte Darstellung die aufgrund der Jahresrechnung zu treffenden Entscheidungen beeinflussen könnten (Botschaft 2007). Neben der quantitativen Wesentlichkeit ist die qualitative Wesentlichkeit zu beachten.
Faustregeln existieren in der Praxis wie die genannten 10% vom Jahresergebnis, sind jedoch stark von den unterschiedlichen Merkmalen des Unternehmens abhängig (wie Lebenszyklus, gewinn- oder nicht gewinnorientiert) und die Bandbreite bewegt sich dann eher von 1% bis 10%.

Für die Währungsumrechnungsdifferenz, welche anfällt wenn eine in Fremdwährung geführte Buchhaltung in CHF umgerechnet wird, fehlt ein Konto im Kontenrahmen.
Es gibt tatsächlich keines und braucht auch keines, da solche Umrechnungen keine Buchungen auslösen, sondern nur über eine «excel»Lösung erstellt werden.

Das Konto 7900 «Gewinn aus betrieblichem Anlagevermögen» (alter Kontenrahmen) ist nicht mehr vorhanden, es fehlt im neuen Rechnungslegungsrecht als Pflichtkonto. Kann man das Konto einführen? Also neue Gruppe im Kontenrahmen? Wie soll man Gewinne aus dem Verkauf von Anlagevermögen sonst buchen? Als ausserordentlicher Ertrag? Das wäre bei kleinen Beträgen sicher nicht korrekt.
Die Antworten zu diesen Fragen im Artikel von Herbert Mattle, Mitautor, in der Zeitschrift rechnungswesen&controlling 4/2013, Seiten19/20 (www.veb.ch/publikationen).

Eigenleistungen/Eigenverbrauch/Mehrwertsteuer/Arbeitgeberreserve
Antworten hier

Gliederung der Bilanz und deren Einfluss auf Kennzahlen
Antwort hier

Weiterverwendung «Käfer»/Kontenplan für branchenspezifische Eigenheiten
Antworten hier

 

 

Häufig gestellte Fragen

Aus der Weiterbildung

An welche Ausbildungsstätten richtet sich der Schulkontenrahmen?
Es handelt sich um eine offizielle «Light Version» für Aus- und Weiterbildung oder für Kleinstunternehmen.

In der Grundausbildung (KV, Mittelschulen) will man nicht auf das Konto Post verzichten.
D
ie Postfinance hat auch Bankenstatus und dieses Konto wird neu unter «Bankguthaben» geführt, z. Bsp. 1020 Post, 1021 UBS, ....

Bilanz und Erfolgsrechnung fehlen im Schweizer Kontenrahmen in der Klasse 9 Abschluss. Auf diese zwei Konti kann man im Unterricht nicht verzichten: 9000 Erfolgsrechnung, 9100 Bilanz.
Für die Ausbildung können Konti in der Klasse 9 für den Abschluss beliebig und nach Bedarf der Autoren/Aufgabensteller aufgenommen werden. In der Praxis spielt diese Klasse keine grosse Rolle mehr, da die Abschlussverbuchungen in modernen ERP-Systemen «automatisch» vorgenommen werden.

In der Klasse 7 Betrieblicher Nebenerfolg werden die Konti 7400 Wertschriftenaufwand und 7410 Wertschriftenertrag nicht mehr geführt. Wenn die Wertschriften den «Rahmen der üblichen betrieblichen Tätigkeit sprengt» (alter Kontenrahmen, S. 190) und das Profitcenter-Prinzip angewendet werden soll, so bedürfen wir auch in der Schule diese Konten. Dürfen sie eingeführt werden?
Im Prinzip ja, obwohl die Autoren aus verschiedenen Gründen davon abraten. So erfolgt ja in der Bilanz auch keine Trennung.

Unklare Benennungen, beispielsweise 1176 und 2206 Vorsteuern oder 1141 Hypotheken und 2451 Hypotheken, 1060 Wertschriften und 1400 Wertschriften. Im Unterricht verwendet man die Nummer (leider) nur ausnahmsweise. Also sind die Konti nicht auseinander zu halten – eine verwirrende Situation.
In der Praxis dürfte dieses Problem weniger auftreten, durch die entsprechende Eingliederung unter Aktiven oder Passiven sowie die Nummerierung. Selbstverständlich können für die Ausbildungszwecke Ergänzungen vorgenommen werden, wie "Wertschriften kurzfristig gehalten" und "Wertschriften des Anlagevermögens".

Ist Ihre Frage noch nicht beantwortet?

Bitte schreiben Sie ein E-Mail an kontenrahmen(at)veb.ch mit Ihrer Frage. Wir freuen uns darüber.